Breaking News: 04.05.2012: Neuer Blogeintrag "Schlatte Dott" online!

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Schlatte Dott, ein kleines Pasquill

Zum Wochenabschluss serviert Ihnen die myblog.de/deWoodi-Redaktion einen äußerst delikaten, literarischen Brocken.

Ob man die ganze Geschichte jetzt als `post-Spring Fever´-Bericht einordnet oder in eine eigene Schublade steckt: Es bleibt, was es ist- ein kleines, liebenswürdiges Pasquill!
Viel Spaß beim Lesen!



SCHLATTE DOTT:
Eine fast wahre Geschichte, voll unwahrer Halbwahrheiten!


„Warum ich `FFF´ auf der rechten Arschbacke tätowiert habe? Das ist eine lange Geschichte“, antwortete Fustig seinen Kindern.
„Ich erzähle sie euch aus der Sicht eines neutralen Beobachters. Sonst wirft mich das alles wieder zu sehr aus der Bahn.
Fangen wir von vorne an:



Wir schreiben das Jahr 2012. Tanz in den Mai, Halligalli! Am Kesselheimer Sportplatz findet ein kleines Festival namens Spring Fever statt.
Der Abend ist schon weit vorangeschritten, die Spring Fever-Crew tritt langsam aber sicher die letzten Besucher vom Festivalgelände. Ein gewisser Andréas Dott will nach Hause, heim ins zwielichtige Milieu der Koblenzer Vorstadt.
Beachtlich, denn normalerweise haben Typen wie er –halb Schlange, halb Ratte (sog. „Schlatte“)- gar kein Zuhause.
Weil sich seine diabolische Gedankenwelt jedoch bis in die letzten Atemzüge einer jeden Wacheinheit (!) darum dreht, unschuldigen Mitmenschen grausamstes Unrecht zuzufügen, will er auch am Ende dieser Wacheinheit Menschen mit ins Verderben reißen.

Um diese Geschichte ansatzweise verstehen zu können, müsst ihr Einiges über diese Schlatte wissen:
Dott hat einst, ohne selbst Hunger verspürt zu haben, einem großäugigen, kuscheligen Angora-Babykaninchen die Mittagsmöhre weggegessen! Und nachts ist er durch die Gassen gezogen und hat lachend die Stützräder von Kinderfahrrädern abmontiert.
Dieser pockig, verpickelte Lump handelte nicht rational oder vorhersehbar, Kinder!

Zurück nach Kesselheim: Also schnappt er sich Thomas Fustig, einen durchweg liebenswürdigen Kerl, und fragt ihn, ob er nicht auch mit dem Taxi den Heimweg Richtung Koblenz antreten möchte.
Klingt nett? Ihr denkt immer noch nicht wie eine Schlatte!
Denn Fustig wird hier auf verächtlichste Weise zum billigen Werkzeug degradiert, seiner Menschenwürde gänzlich entkleidet.
Denn Dott fragt ihn aus zwei Gründen: Zum einen will er Taxigeld sparen. Und zum anderen benutzt er Fustig als Köder, um weitere Menschen mit in den Abgrund zu nehmen.
So ist es ihm ein Leichtes, Foodi zu überreden, mit in die Stadt zu fahren, um „noch ein schnelles Bier zu verhaften“.
Zu dem Zeitpunkt, als das von Dott beorderte Taxi am Kesselheimer Sportplatz eintrudelt, hat jener in Philipp Ferteg und Lasse Scherbarth zwei weitere Opfer für sein teuflisches Unterfangen an der Angel.
Blöd nur, dass in dem bestellten Taxi nur vier Personen transportiert werden dürfen.
„Einmal kannst du doch ein Auge zu drücken und fünf Leute mitnehmen. Wir werden schon nicht angehalten! Wir bezahlen dir auch ´nen Heiermann extra!“, schmiert er dem Taxifahrer Honig um den Bart.
Natürlich hat er schon die „11“ in sein Handy gehauen, um im Falle eines Losfahrens die „0“ hinzuzufügen und der Staatsgewalt im Nebel des Promillegeschwafels seiner Opfer einen anonymen Hinweis zukommen zu lassen. Auch diese Chance, das Böse -in Form des Verlustes der Taxilizenz- in der Welt zu verbreiten, hat Dott antizipiert wie kein Zweiter.
Doch der Taxifahrer lehnt ab. Also bestellt Dott mürrisch ein Großraumtaxi.

Die Gemütslage des Geographiestudenten Dott bessert sich hingegen wieder schlagartig, als er die für einen Laien undurchsichtige, sich abzeichnende Wetterlage freudig zur Kenntnis nimmt und umgehend analysiert. Schlatten haben immer einen Plan Z in der Hinterhand!
Als wenig später dann endlich das Großraumtaxi um die Ecke biegt, ist L. Scherbarth auf einmal wie vom Erdboden verschluckt.
Jetzt wird Dott mächtig sauer. Denn damit springt ihm neben dem Taxifahrer schon der zweite Mensch von der Schippe.
Zunächst ätzt er sinnfreie Durchhalteparolen wie: „Ohne Lasse fahren wir nicht los!“ Dann lenkt er ein.
„Das müssen die verbleibenden drei ausbaden und umso mehr leiden“, denkt er bei sich. Ein weiterer Einblick in Dotts obskure Gedankenwelt.

Kurz darauf fährt das Großraumtaxi mitsamt Fustig, Ferteg und Foodi bei leichtem Nieselregen dann los und erreicht wenige Minuten später das Gelände des Koblenzer Hauptbahnhofes. Im nahe gelegenen Mcdonald’s zwingt Dott seine drei Opfer nun ihre letzten Kröten auszugeben, selbstredend für gesundheitsschädigendes Fast Food.
Und als sie nach dem Verzehr schließlich die Lokalität verlassen, macht er sich aus dem Staub. Die mobilen Telefone der drei hat er natürlich an sich genommen.

Und da stehen Fustig, Ferteg und Foodi jetzt. Mittlerweile nieselt es nicht mehr, es schüttet.
Taxen sind in Sicht, aber ohne Geld? Und die nächstgelegene Volksbank weit entfernt. Doch ihnen bleibt ja gar keine andere Wahl, als den Versuch zu wagen, diese zumindest einigermaßen trocken zu erreichen.
Allerdings bieten die spärlich an den vereinzelten Geschäften heraushängenden Markisen keinen Schutz gegen den mittlerweile horizontal auf die drei einprasselnden Monsterregen. Schnellballgroße Tropfen schießen sie mehrmals in fußtiefe Pfützen.
Tsunami, Monsun, Tokio Hotel. Sie sind nass, batschnass. Doch das ist bloße Marginalie. Längst ist Überleben ihr einziges Ziel. Mit letzten Kräften und auf allen Vieren erreichen sie die Volksbank an der Ecke Rizzastraße/ Hohenzollernstraße.

Derweil mümmelt sich Dott in seine kuschelige Bettdecke, die er aus dem Fell der Familienmitglieder des Kaninchens herstellen ließ, dem er einst aus purer Boshaftigkeit die Möhre weggegessen hatte.
Dieses Kaninchen hatte knopfgroße Augen, die mit einem dünnen Tränenfilm benetzt waren. Denn es war so traurig, das arme, kleine Angorakaninchen. Und saß ganz allein und völlig verwaist in der eisigen Kälte.
Dotts Schlafzimmer hingegen ist wohl temperiert, es herrschen angenehme zweiundzwanzig Grad. Als er so an das Unglück denkt, das er dem kleinen Kaninchen sowie dem mit Gevatter Tod griechisch-römisch ringenden Trio zugefügt hat, muss er zufrieden schmunzeln.

Fustig, Ferteg und Foodi sind gefangen. Gefangen in der Volksbank, einem gläsernen Palast, der gleich an mehreren Stellen zu brechen droht.
Denn inzwischen hat eine zweite Sintflut die Stadt an Rhein und Mosel bedeckt. Bitterböse bestraft Gott die unschuldige Stadt für die Verfehlungen, die Schlatte Dott über all die Jahre begangen hat.
Und es ist so entsetzlich dunkel in dem Raum, der immer kleiner zu werden scheint und in dem die Hoffnungslosigkeit mit beiden Händen zu greifen ist.
Ein grenzenloses Heer turmhoher Wellen schlägt im Sekundentakt gegen die dünnen Scheiben der Volksbank. Der Zeitpunkt des Berstens liegt nahe. Nur ein Druckausgleich kann Abhilfe schaffen und den Tod durch Verglasscherbung verhindern.
Die drei Freunde beschließen das Unausweichliche wortlos mit einem kurzen Nicken; durch das Öffnen der elektrischen Schiebetüren sowohl am Ost- als auch am Südflügel versprechen sie sich eine minimale Überlebenschance.
Sie umarmen sich herzlich, schauen sich dabei tief und zustimmend in die Augen. Sich in solch ausweglosen Momenten ein Mindestmaß an Menschlichkeit zu bewahren, das ist die Divergenz zwischen ihnen und der Schlatte Dott.
Mit einem entschlossenen Blick gehen die drei simultan von der Raummitte aus los, schreiten aufrechten Ganges den Türen entgegen und lösen mit einem beherzten Schritt deren Bewegungssensoren aus. Einen logischen Augenblick umgibt sie endlose Stille.

Dann folgt die Apokalypse! Zunächst weichen die Wassermassen ein wenig zurück. Doch nicht um zu verschwinden, nein, um Anlauf zu nehmen. Und Fustig, Ferteg und Foodi, die im Angesichte dieser Naturgewalt nahezu ameisenwinzig erscheinen, blicken an den Türschwellen stehend und mit versteinerten Mienen von unten dem Gipfel dieses Wasserachttausenders entgegen, der sich durch das kurzfristige Zurückweichen der Wassermassen einen unvorstellbaren Nachschub verschafft hat. Das blanke Entsetzen ist den Dreien ins Gesicht gemeißelt, als sie an eben jenem Kopf der Welle die scheinbar aus Wasser geformte, diabolisch lachende Fratze Schlatte Dotts entdecken.
Die Diabolik in der Wassermaske bleibt, das Lachen jedoch weicht einer zornigen Miene.
Jetzt senkt die Fratze ihren Blick nach unten und rast mit Lichtgeschwindigkeit den Türen der Volksbank entgegen.
Fustig, Ferteg und Foodi wissen, dass es schlecht um sie steht. Sie greifen nach ihren Händen. Und das letzte, was sie erblicken, bevor die Flut mit brachialer Wucht in das Gebäude kracht, ist der Streit zwischen Blitz und Donner am düster finsteren Himmel über Koblenz.
Wieder logische Stille.

Als Foodi schließlich zu sich kommt, liegt er verkümmert und zusammengekauert in einer Ecke der Volksbank.
Als Ersten entdeckt er Fustig. Tief traumatisiert und weinend. Nachvollziehbar!
Jetzt sieht er Ferteg. Dessen Blick geht ins Leere. Und sein Mund stammelt konsterniert und kryptisch „Taxi Welsch, Taxi Welsch!“.
So unterschiedlich sie von der Katastrophe, die mit ihnen in etwa das veranstaltet hat, was Dott allwöchentlich auf dem Fußballplatz zeigt -eine Vergewaltigung der Sache!-, gezeichnet sind, die drei eint jedoch ein Gedanke: scheiß Andi Dott!
Als sie sich den Umständen entsprechend gesammelt und ihre aufgrund der Nässe achtzig Mal so schwere Bekleidung gerichtet haben, beschließen Fustig, Ferteg und Foodi in Richtung Altstadt aufzubrechen. Es schüttet immer noch. Egal.
„Taxi Welsch, Taxi Welsch!“

Schlatte Dott ist derweil zu den Klängen des Benjamin Blümchen-Hörspiels#13 in einen tiefen Schlaf gefallen. Er träumt von Vernichtung und Zerstörung. Ein tolles Leben!

Fustig verabschiedet sich von seinen Mitstreitern und hofft, seine Bude im Altenhof zu erreichen. Ferteg und Foodi wird im Circus Maximus ein letztes Abendbier verweigert- auf Anweisung von Schlatte Dott!
Wieder auf der Straße angekommen, entdecken sie zu ihrer Rechten am Ende der Stegemannstraße: Funkmietwagen Welsch! Ab nach Hause. In der Hoffung, dass die Geschehnisse am nächsten Tag nur wie ein schrecklicher Alptraum erscheinen!



Warum ich `FFF´ auf der rechten Arschbacke tätowiert habe? Wenn ihr wüsstet, was wir wegen Schlatte Dott durchgemacht haben, wenn ihr dabei gewesen wäret, dann könntet ihr das nachvollziehen, Kinder“, stammelte Fustig und wippte nervös mit seinem rechten Huf.
„Denn Andréas Dott ist ein linker Verlinker! Und ist nicht zu verwechseln mit `diesem Andreas Dott aus der VfL2ten´, der ein Bombenkerl ist!“




In diesem Sinne; es grüßt
deWoodi
4.5.12 09:36




Spring Fever: Festival und Vereinsabteilung

Der VfL 09/31 Kesselheim e.V. kann bisweilen äußerst gefräßig sein. Das wissen zumindest all diejenigen, die je ein Heimspiel von dessen Fußballabteilung mit ihrer Anwesenheit als Zuschauer bereichert haben.
Schon länger wurde zudem kolportiert, er habe auch einen ausgewiesen guten Geschmack.
Ende letzten Jahres ein Paukenschlag in Kesselheim: Der VfL inkorporierte mit Spring Fever einen bisher losen Zusammenschluss mehrerer junger Leute, bestehend aus Jasmin Alemanno, Andreas, Michael und Svenja Gille, Nils Kreuter, Mareike Maurer, Christoph Lescher, Julia Korn sowie Marc André Schuth, in sein breit gefächertes Abteilungsnetz.


Aus Fest wird Festival

Rückschau: Spring Fever startete anno 2009 als beschauliches und familiäres `Tanz in den Mai´-Event in einem Kesselheimer Garten. Nachdem der Andrang im darauf folgenden Jahr bereits enorm zugenommen hatte, entschlossen sich die Veranstalter alsbald zu expandieren und die dritte Auflage auf einem Gelände durchzuführen, das einem breiteren Publikum die lohnende Teilnahme ermöglichen konnte; der `Sportanlage Fußball´ des VfL Kesselheim.
Das Resultat: ein voller Erfolg (siehe Bericht: Tanz mal anders in den Mai! ).
Und ehe sie sich umschauen konnten, war aus dem großen Fest ein kleines Festival geworden. Die Beschaulichkeit, sie war passé. Die familiäre Atmosphäre indes, sie blieb bestehen.
Nebenher etablierte die Gruppe mit der Spooktacular (siehe Bericht: Spaßtacular) ein weiteres, exklusives Event zur etwas anderen Zelebrierung von Halloween. Auch hier mit dem bewährt bestechenden Konzept: weg von Konventionalität, hin zu Regionalität.


Unkonventionell, regional, einzigartig!

Fortan firmiert dieser Zusammenschluss also unter dem Namen `Spring Fever´ als schmucke Abteilung des VfL und kontert die veränderten Umstände mit der Formulierung einer Mission, die wie folgt lautet: „die Kulturszene in Kesselheim für Jung und Alt zu erweitern.“
Mit Selbstbewusstsein, aber ohne jegliche Hybris preisen sie das Festival „Spring Fever“ auf ihrer Homepage spring-fever.net „als einziges Event seiner Art im Raum Koblenz“ an, das „seinem Publikum eine feine Auswahl musikalischer Abwechslung und jungen regionalen Bands die Möglichkeit bietet, sich auf der Bühne zu präsentieren.“


30.April, 19 Uhr: Spring Fever 2012!

Zwar musste aufgrund vereinsinterner, vertraglicher Verpflichtungen das bewährte „zehn Euro All Inclusive“-Konzept weichen, und dennoch wird auch in diesem Jahr niemand tief in die Taschen greifen müssen. Dafür sorgt neben günstigen Preisen unter anderem eine Cuba Libre-Happy Hour zu Beginn der Veranstaltung.
Der Startschuss für musikalische Unterhaltung der Extraklasse, für die Tanga Time, Futile Quest, Chris & Taylor + Band sowie Mr. T. Beutel während der finalen Aprilstunden sorgen werden, fällt im erwähnt ehrwürdigen Ambiente (Kesselheimer Sportplatz!) am 30.April um 19 Uhr.
Für geschenkte fünf Euro Eintritt sowie zwei weitere, schmale Euro Pfand ist man dabei;
und somit bleibt nur noch zu sagen: Leute, tanzt in den Mai!
Der VfL Kesselheim und guter Geschmack? Quod erat demonstrandum.




offizieller Spring Fever-Banner 2012




In diesem Sinne, es grüßt –deWoodi-
18.4.12 22:52


Fiktiver Mailverkehr

Man stelle sich einmal folgenden Sachverhalt vor: Ein Spieler sagt wiederholt seine Teilnahme am Fußballtraining seiner Mannschaft ab.
Dieser so erdachte Spieler könnte sogar Kapitän sein, muss es aber nicht notwendigerweise.
Auf jeden Fall hat dieser Spieler, taufen wir ihn der Einfachheit halber mal auf den sonoren Namen Ben Borger, fünfzig Kilogramm zuviel auf den Rippen.

Aufgabe: Versetzen Sie sich in die Situation von Ben Borgers Trainer und verfassen sie eine Antwort in Form einer kurzen E-Mail.




Lösungsvorschlag:

Von: Baniel Bald
Gesendet: Freitag, 3. Oktober 2004 19:48Uhr
An: Ben Borger
Betreff: Re: Trainingsabsage


Guten Tag, Ben,


auch wenn du mich immer verspottet hast: Meine Theorie, dass dein Knie der aus deiner Adiposität resultierenden, ständigen Überbelastung nicht gewachsen ist, verdichtet sich immer weiter. Kein Knie der Welt würde dieser standhalten. Außer vielleicht das Knie des Terminators...

Ein Versuch, deinen weiteren Krankheitsverlauf vorzuzeichnen:
Dein Knie wird relativ zeitnah vollständig wegreißen, d.h. sämtliche Bänder und Knorpel sind am Arsch. Du gehst auf Krücken und hoffst auf Heilung, als dein anderes, bisher noch einigermaßen stabiles Knie ein wenig zwickt. Du denkst dir zunächst nichts weiter dabei. Doch die Schmerzen werden unentwegt größer.
Derweil stehen deine Organe (vor allem Leber und Niere) und dein Immunsystem in einer Art humaninternem Bürgerkrieg. Die Organe drängen auf einen Reinigungsprozess ihrer selbst.
Dein Immunsystem kann das auch nachvollziehen, denn schließlich sind jene aufgrund der übermäßigen Fast-Food- sowie Alkoholzufuhr nahezu vollends intoxikiert.
Indes kann sich dein Immunsystem zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anflug von Altruismus leisten. Schließlich fault dein Knie vor sich hin, eine Amputation droht.

Eine knappe Woche später liegst du im künstlichen Koma. Dein äußerliches Erscheinungsbild erinnert an einen amerikanischen Veteranen, dem der Vietnamkrieg ziemlich übel mitgespielt hat. Denn Beine hast du nicht mehr, sie wurden dir in einer nächtlichen Notoperation abgenommen, weil dein Körper sie abgestoßen hatte. 1:0 für deine Organe, dein Immunsystem guckt recht stupide aus der Wäsche.
Zeit zum Feiern bleibt diesen hingegen nicht. Gerade als die virtuellen Sektkorken zu knallen gedachten, wird dein komatöser Körper, der im Hospital auf einer überdimensionalen Bahre (1994 beförderte Greenpeace mithilfe dieser einen ausgewachsenen Orca zurück in den Pazifik) gelagert wird, von einem heftigen Fieberschub gepeinigt. Kalter Entzug. Deine Magensynapsen verlangen nach fetthaltiger Nahrung, dein Klein- und Großhirn brüllen im Kanon: "Bier! BIER! Bier! BIER!!!" Wieder Bürgerkrieg. Für deinen Körper leider ein Gefecht zuviel, er wirft die Waffen nieder, hisst die weiße Flagge und signalisiert auf diese Weise seine Kapitulation. Das Elektroenzephalogramm auf dem neben deinem "Bett" lächerlich winzig wirkenden Monitor zeigt nicht mehr das typische Zahnmuster eines Lebenden. Eine Linie ist zu sehen. Begleitet von einem die dröhnende Stille unterbrechenden "Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeep!"


Und die Moral von der Geschichte: Nimm endlich ab!





In diesem Sinne; es grüßt -deWoodi-
11.1.12 13:35


Formel 1 im Ally Pally

Das Finale der PDC-Dart-WM hatte einen Hauch von Rennsport; `Lewis – Hamilton´ hieß die Paarung am letzten Turniertag im rappelvollen Londoner Alexandra Palace („Ally Pally).
Wer allerdings mit einer spannenden oder gar ausgeglichenen Partie gerechnet hatte, wurde bitter enttäuscht. Der Titelverteidiger Adrian Lewis setzte sich souverän mit 7:3 gegen den Außenseiter Andy Hamilton durch.



Dienstagabend, 21:15Uhr, der DSF-Nachfolger Sport1 übertrug live. Es war also angerichtet.
Und spätestens als MC Hammers „Can´t touch this“ durch die Boxen der ausverkauften Halle dröhnte und auf diese Weise Andy „the hammer“ Hamilton ankündigte, waren nicht nur die Zuschauer vor Ort und dem Fernsehgerät, sondern auch der niederländische Dartspieler Roland Scholten und Elmar Paulke, das gewohnte Moderatorenduo, nicht mehr zu halten.
Wenig später bahnte sich dann der Weltmeister des Vorjahres, Adrian „Jackpot“ Lewis, den Weg durch die elektrisierten Massen, die wie immer originell verkleidet waren und mit Plakaten ihre Gesinnung kundtaten (Highlight: „I should be at work“).

Doch nachdem der Master of ceremonies die Partie freigegeben hatte, zeigten die beiden Kontrahenten kein sonderliches gutes Dart.
Verantwortlich dafür waren, so mutmaßten Scholten und Paulke gedankenschnell, die harten und lang andauernden Halbfinalbegegnungen der beiden Finalteilnehmer am Vortag. Beide hatten ihre Semifinalpartie jeweils drehen und erst im allerletzten Moment mit 6:5-Sätzen gewinnen können; Lewis gegen James Wade und Hamilton gegen Simon Whitlock.

Ungewöhnlich lange dauerte es, bis endlich die erste „onehundret and eiiiiiiiighty!“ durch die Lautsprecher schallte.
Würden die beiden sich noch steigern? Die Fans gierten nach einem 9-Darter. Im Vorjahresfinale gegen den Schotten Gary Anderson war Lewis dieses Kunststück noch gelungen.

Beim Stande von 2:2 zog dieser dann ein bisschen an. Nicht sonderlich viel, doch es genügte an diesem Abend, um den nervös wirkenden „hammer“ zu distanzieren.
Im Gegensatz zu seinem Gegner traf der 26-jährige Titelverteidiger die Doppelfelder in den entscheidenden Momenten.
Für den Laien: Jedes 501 Punkte zählende Leg muss mit einem Wurf in ein Doppelfeld beendet werden („Triple is funny, double brings the money!“). Wer zuerst drei Legs für sich entscheidet, gewinnt den Satz, und wer schließlich als erster sieben Satzgewinne zu verbuchen hat, steht als Turniersieger fest.

Um kurz vor elf hätte es dann doch noch einmal spannend werden können. Lewis führte derweil mit 5:3 in den Sets. Und Hamilton hatte die Chance auf 5:4 zu verkürzen. Doch wieder versagten dem Herausforderer im entscheidenden Moment die Nerven, als er abermals am Doppelfeld vorbei warf. Adrian Lewis hingegen zeigte sich gewohnt kaltschnäuzig und brachte auch Satz Nummer neun in trockene Tücher; das vorentscheidende 6:3.
Ein paar Minuten später hatte er dann Matchdarts. Gegen halb elf Londoner Ortszeit war der alte auch der neue Weltmeister und Hamilton mit 7:3 geschlagen.



In diesem Sinne; es grüßt –deWoodi-
3.1.12 06:59


[...]

Ein frohes neues Jahr. 2012 wird groß!


In diesem Sinne; es grüßt -deWoodi-
1.1.12 12:21


Feliz Navidad

Die Redaktion von myblog.de/deWoodi wünscht allen ein frohes, besinnliches Fest und zwei schöne Feiertage!


In diesem Sinne; es grüßt -deWoodi-
25.12.11 08:01


Die Tennenstars des VfL Kesselheim (2/2)

Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia)



Nahe einer der Eckfahnen drückte sich die Asche ein wenig in die Höhe. Ein winziger Krater entstand. Und so kam es, dass im späten Frühling anno 2011 ein grünes Pflänzchen seinen Kopf aus dem Sand des Kesselheimer Sportplatzes streckte. Es blieb zunächst gänzlich unbemerkt. Und konnte überleben, weil es sich einen Lebensraum auserkoren hatte, an den selbst die unbarmherzige Egge Richard Raffaufs nicht vordringen konnte.

Derweil hatte die Kesselheimer Reserve einen echten Lauf, rollte das Feld in der D-Klasse von hinten auf. Sämtliche Gegner, die in der Festung am Rhein gastierten, wurden –getreu dem Namen der eigenen Spielklasse folgend- deklassiert.
Daraus wurde zunächst nichts gefolgert. Die Blau-Weißen rannten, bissen und schwitzten unbekümmert über die rote Asche.
Doch dann entdeckte jemand die kleine Pflanze, die ach so harmlos erschien. Von der Schönheit des aufblühenden Korbblütlers geblendet, konnte der aufmerksame Zuhörer ein anfangs recht zögerliches, dann aber umso dezidierteres „Aufstieg“ durch die porösen Gemäuer des Kesselheimer Kabinentrakts dringen hören.
Der ganz normale Lauf des Erfolges.

Die Reserve hatte sich also ein ausgezeichnetes Fluidum erarbeitet. Es entstand ein Hype, der weitere spielstarke Fußballer köderte und dazu veranlasste, die dick eingestaubten Ledertreter ebenfalls wieder vom viel zitierten Nagel zu nehmen.
So sollten im Laufe der anstehenden Partien u.a. Christoph Lescher, Dominik Schüller sowie Marco Sorger ihr Comeback für den VfL feiern.
Resultat: ein sage und schreibe 25-köpfiger Kader. Man war breit aufgestellt, Konkurrenzkampf auf allen Positionen. Auch die vom Fußballverband zugelosten Gegner (SG Rheindörfer, BSC Güls, FC Bassenheim sowie diverse spielstarke Reservemannschaften) waren keine Laufkundschaft. Zudem hatte man in der kleinen Eule El Eulerinhó ein furchteinflößendes Maskottchen gefunden.
Ideale Voraussetzungen also, um das zarte Pflänzchen –man taufte es beiläufig auf den sonoren Namen Ambition- mit weiterer Motivation und Fokussierung zu düngen.
Ambition erstrahlte jedoch im trügerischen Gewand des gewöhnlichen Löwenzahns…

Während der sommerlichen Vorbereitung gastierte die Eulentruppe sodann beim Vorbereitungsturnier in Niederberg, zu welchem der dort beheimatete TuS anlässlich des 100-jährigen Bestehens seiner Fußballabteilung geladen hatte.
Der Löwenzahn stand zu diesem Zeitpunkt –offenkundig von der Bundesgartenschau inspiriert- in der Blüte seines Lebens, grüßte in einem saftigen Gelb; die Zweite marschierte locker durch ihre Gruppe und spielte dabei leichtfüßig mehrere Gegner aus höheren Spielklassen an die Wand. Auch im Halbfinale ließ man dem SC Simmern, seines Zeichens B-Ligist, nicht den Hauch einer Chance und zog durch ein spektakuläres 5:2 ins Turnierfinale ein.
Erst dort musste man sich dann dem Gastgeber des TuS Niederberg geschlagen geben, dem man in der Gruppenphase noch ein 0:0-Unentschieden abgetrotzt hatte.

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison wurde traditionell im Kreispokal bestritten. Der Gegner hieß wie schon zwei Jahre zuvor Ata Urmitz. Damals hatte man gegen den A-Ligisten zwischenzeitlich mit zwei Toren in Führung gelegen und erst im Elfmeterschießen das bittere Nachsehen gehabt.
Die Neuauflage endete ähnlich. Auszug aus dem damaligen Live-Ticker:

„Kurz vor der Halbzeit: Nach einem weiteren verpufften Angriffsversuch der Urmitzer schaltet der VfL blitzschnell um. David Kamin, an diesem Nachmittag einzige Spitze der Heimmannschaft, lässt sich fallen und fordert den Ball. Er wird angespielt. Toni Wald bricht auf halbrechter Position durch. Sein Gegenspieler verliert schnell den Anschluss. Als jener auf der Höhe des herausrückenden Liberos angekommen ist, kommt der Pass von David Kamin „Fußballgott“. Besser getimt geht nicht!
Der Rest ist der ganz normale Wahnsinn des VfL Kesselheim II. Toni Wald nimmt die Pille im vollen Lauf mit. Ata-Torhüter Talat Begen verlässt seinen Kasten zunächst recht zögerlich. Stürmer und Torwart kennen sich, haben jahrelang zusammen die Stiefel in der JSG-Jugend geschnürt. Sie wissen um ihre Qualitäten.
Begen baut sich auf. Wald lässt das kalt. Mit einem gefühlvollen Stoß unterlupft er das Spielgerät, schickt es auf diese Weise in die Luft.
Und wo die Reise des Balles hingeht, das wissen ausnahmslos alle. Die Zuschauer der Heim- und der Gastmannschaft wissen es. Die Kesselheimer Spieler wissen es sowieso. Und auch Talat Begen weiß es. Sie führt den Ball in die Maschen! 1:0 für den VfL! Jubel, Gänsehaut, Schweinhaufen!“

Die Gäste aus Urmitz schlugen allerdings in der zweiten Spielhälfte zurück. Nach dem glücklichen Ausgleichstreffer war es neuerlich der gebürtige Kesselheimer Serkan Akkan, welcher der VfL2ten mit seinem 2:1-Siegtreffer den Todesstoß verpasste.
Man war also ausgeschieden. Nicht weiter tragisch, praktisch ein alljährliches Ritual.
Unterdessen war die fortschreitende Jahreszeit an dem kleinen Löwenzahn nicht spurlos vorbeigegangen. Das prunkvolle Gelb erblasste allmählich. Und dieser Prozess des Abblühens schritt gnadenlos fort.

Am ersten Spieltag traf man auf die SG Mülheim-Kärlich III. Und geriet nach früher Führung -analog zum Pokalspiel- in Halbzeit Nummer Zwei unter die Räder.
Die dort erstmals aufgetretenen, kurzfristigen Absagen und Undiszipliniertheiten zogen sich im Folgenden wie ein roter Faden durch die weiteren Saisonspiele.
Aus Hype wurde Hybris.

Der breite Kader war fortan ein dankbares Alibi für Absagen, Niederlagen sowie flottierende Darbietungen. Und ist es bedauerlicherweise noch immer. So herrscht oftmals noch an den Spieltagen selbst Ungewissheit darüber, ob man die Mindestanzahl an Akteuren stellen können oder mit zwanzig Spielern antreten wird.
Elegisches Jammern, dass ja Spieler X und Y gefehlt haben, wenn ein Spiel verloren geht. Und am allerschlimmsten: Unterwegs ging irgendwo die Einstellung verloren. Asche fressen, Knie blutig grätschen, sich für den Mitspieler die Lunge aus dem Leib rennen? Fehlanzeige.
Während man die Partien in der erfolgreichen Rückrunde der Vorsaison mit leidenschaftlichem Kampf, Löwenmut und Verve absolvierte und oftmals knapp und erst in allerletzter Sekunde für sich entschied, liefert die Kesselheimer Reserve dieser Tage blutleere Vorstellungen am Fließband ab.
So rangiert sie kurz vor der Winterpause -lediglich zwei Spiele stehen noch aus- auf einem mehr als enttäuschenden neunten Rang.
Vom Aufstieg redet schon lange niemand mehr. Den Zahn bekam man zeitig gezogen.

Und der Löwenzahn? Er blühte gänzlich zur Pusteblume ab. Ein laues Sommerlüftchen hat seine Samen längst davongetragen.



In diesem Sinne; es grüßt -deWoodi-
24.12.11 06:18


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